Sonntag, 12. November 2017

Wie ein Klotz schlendernd den Weg entlangeschrien kommend

Bin ich so furchtbar weit weg, von der Literatur...
meine Worte reichen nicht hin, mein Lessing funkelt nicht
wie eine falsche Sonne
daß man sich bückt und nicht bückt





Kann es sein, daß sie in der Schweiz einen neuen Thomas Bernhard aufführen?
Eine neue Theodizee der vernichtendsten....Sätze












https://www.nzz.ch/feuilleton/eine-gruendlich-missratene-geburtstagsparty-ld.1327989

Highway



Im Zug Berlin – Basel SBB, volle 133 Minuten verspätet.

Vor mir ackert sich einer, ich sehe es sich spiegelnd im Fenster, nicht an Montagen, sondern durch Montage. 
Eine Filmmontage an einem Motorradfilm mit Special effects, dass es der sau graust. Präsentationslinie von 4 Mottoradfahrern, aufgenommen von links hinten (ein bißchen durch struppiges dorniges Gebüsch) easy Rider style. Und nun versucht der Typ, wenn er nicht zwischendrin hängt
und Patiencen legt, die Montage zu bereichern durch LupenIris Blenden, dabei sieht in der Spiegelung des Fensters, den Montagepatienceleger sehe ich nicht, der dickliche lederbetratzte Fahrer dann aus wie durch die Lupe gesehen, findet der typ vorne links auch, legt noch mal ne Runde Patiencen. Da ihm dies verblüffend gut gelingt (schließe ich daraus, daß sein Arbeitsalltag viele Patiencen beinhalten muß) beendet er die Serie schliesslich  mit einen Stern den er wirbelnd unter das hintere Motorrad legt. Zweites, nein drittes.
Sozusagen die Steinchen die sternchenhaft nach oben zischen.



Ich lese Thoreau
Breaking bones
walking


Rückblende
French TGV.
Es war ein langer harter Arbeitstag gewesen und die Zugfahrt noch härter. Von einem Rendezvous unter dem ein Deutscher eine erotische peinlichkeit versteht und nicht versteht, daß es sich stattdessen manchmal um steinhartes Präsentieren Überzeugen Terminfixieren Verhandeln, Casten, teetrinken Kaffeschütten redenredenreden in Indischen Kantinen geht, an dessen schmalen engen Tischchen man schnell und leichtfüssig witzig den nächsten Dreh, die letzte Nacht den nächsten Buchverlag gründet...
Brotkrümel wie
Samisdat Aussenseiterverlag im Niemandsland der 



Archangelsk bis Porte de Lilas
Zwischenkultur.



Und dann dann sitzt man abends im Zug

Hineingebrochen in die travellers existence
Harder than death


Noch manchmal entscheidet sich eine Begegnung auf der Straße im Zug daran, daß einer einen Wortliebhaber im Niemandsland der Worte daran erkennt
Dass er denkt 
Und ihn nicht in die Strassenbahnhaltestelle verstösst wenn er  nichts publiziert.
Einer, der nichts publiziert, was hat der auch zu sagen.

TGV. Paris -Straßburg.
Der typ schräg vor mir, der Autorennen dreifünfsechs stunden lang spielte und je schneller sein fiktiver Bolide, französisch für Dreckskarre, nein, stimmt nicht, googeln Sies halt, desto stärker der 
Stillstand wie in einem ICE der bereits 100 Minuten Verspätung hat aber aufgrund von „Bauarbeiten“
und der berüchtigten Folgezugproblematik weitere 100 Minuten Verspätung gewinnt ...oder muß es heißen: verliert.

Es war Horror. 
Ich fahre viel, meinem Namen Ehre zu machen, und schaue zwanghaft auf Strassen, vorallem dann, wenn sie sich bewegen, wenn Hindernisse auftauchen, dann reagiert, mein flüchtiges Herz,
regiert meine rechte Faust,

Horror, ich sags ja
ein T...
Tintorettosyndrom...neinneinnein..... T syndrom
ach, Sie wissen schon

True and sincere traveling is no pastime, but it is as serious as the grave, or by any other part of the human journey, and it requires a long probation to be broken into it.

ich kann nicht nicht auf Strassen schauen und nicht in einem ICE Über den Stillstand nachdenken
Über die Zeitungen der plötzlich auftauchenden Nachbarn
Als kämen sie aus der Erde gekrochen

Fluxus ist nicht Philosophie.





Samstag, 11. November 2017

CNN und BBC berichteten gestern über einen merkwürdigen Kommentar der Reue, des Bedauerns des Komikers C.K.





"These stories are true. At the time, I said to myself that what I did was okay because I never showed a woman my dick without asking first, which is also true. But what I learned later in life, too late, is that when you have power over another person, asking them to look at your dick isn't a question. It's a predicament for them. The power I had over these women is that they admired me. And I wielded that power irresponsibly."


Hier könnten sich mehrere Gedanken anschliessen über die Logik der Überzeugung, der Gewissheit und die mit ihnen effilierten Affekte der Bewunderung oder des Bewundertwerdens.

Aussagenlogik halt, die angeblich dadurch funktioniert, daß das, was überzeugend vorgetragen wird, auch Bewunderung verdient - so sehr, daß Überzeugung = Bewunderung.
Es ist praktisch dasselbe.


Aber ich kam nicht dazu.
Mier futiel ein, daß die Jungs, mit denen ich über meine Art von "Travestieporno" arbeiten wollten, das folgende Bild als weibliche Masturbation auslegten





Und nun habe ich...allerdings seit vielen jähren ..MASSIVE Probleme mit der "Gewissheit"

Montag, 6. November 2017

Widersinnige Hoffnung der Farbe Weiß

Ich kannte mal jemanden, der Tarik Ramadan ganz große Klasse fand. Sie sass bei mir auf einem Hocker, à l'époque, damals, hatten wir kein Sofa, und der Hocker oder das Bänkchen diente uns als
Ort der Gastgeberschaft.
Nein, große Klasse sagte sie sicher nicht, aber ihre Augen blitzen und sie war Feuer und Flamme.





http://dtj-online.de/tariq-ramadan-islam-muslime-reform-47988




Was auch zu verstehen war, denn sie bekam keine Arbeitserlaubnis, aber gute Jobangebote und es fiel ihr immer schwerer, die Lücken in ihrem Lebenslauf zu erklären.
Der Job bei MacDo oder das Modell für Füsse... das ist schwer zu erklären, wenn man PDG werden will oder consultant manager oder Ähnliches.
Der Traum oder die flüchtige Hoffnung einer Träne oder zwei oder drei.





https://www.youtube.com/watch?v=QX2dLc5y9Vw


Das war lange vor diesen Interviews.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob Tarik Ramadans oder die Begeisterung, das einen kurzen zeitraum gestärkte Selbstbewusstsein der jungen Frau - der PUNKT ist, auf den ich diesen Geschichte zutreiben will.
Den Punkt ihrer Geschichte, den erzählte sie mir an einem Heiligabend, den wir zusammen verbrachten. Sie hatte keinen Ort, wo sie hingehen konnte, ich hatte in dem Land, in dem ich damals lebte, keine Familie - warum also nicht zusammen ein Fest feiern, von dem wir beiden nicht recht wußten, wozu es erfunden worden war.
"Erfunden" ist mein Wort und ich weiß noch, daß ich drauf und dran war, ein paar Geschichten, biblische hinterherzuschieben, um den Abend zu dem zu machen, was er in der angeblich westlichen Hemisphäre ist - wenn sie eben nicht begonnen hätte, mir die ihre zu erzählen.







https://www.letemps.ch/monde/2017/10/28/tariq-ramadan-vise-une-nouvelle-plainte-viol-dune-violence-inouie



Nein, es war keine Vergewaltigung. Das Schlimmste aber war der Groll glaube ich, den sie gegen ihre Mutter hegte. Denn die Schmerzen, körperliche Schmerzen haben keinen Groll. Sie machen anderes mit dem Körper.
ES ist keine "Me too"-Geschichte...
Es gibt in der deutschen Sprache eine Gegend, in der man solche seelisch körperlichen Verwüstungen kennt und benennt - aber es ist eine Gegend, die ich meide - feige wie ich bin.
Vermutlich habe ich mir wieder ein Glas mehr eingeschenkt.
Nicht sehr witzig -
Nein sagte sie, aber es war nicht so schlimm wie das, was sie der ältesten Schwester antaten.
Es war der schlimmste Schmerz, den sie je in ihrem Leben -

aber was ist das Kreisen um den Schmerz für jemand, den man zumacht, zunäht, für jemand, der eine  Jungfrau ist.
Obwohl - sagte sie - ich weiß ja nicht, wie das dann sein wird ...

nicht sehr witzig nicht.



http://tempsreel.nouvelobs.com/justice/20171106.OBS7010/charlie-hebdo-menace-de-mort-le-parquet-de-paris-ouvre-une-enquete.html




Und dennoch gibt es Momente, wo ich ihr diese widersinnige Hoffnung wünsche, die man - oder frau - entwickelt, wenn es darum, einen Widerspruch, ein vermeintlich Alogisches auszuhalten,
eine Kulturleistung gegen eine biologische Tatsache.




Aber , wie kann jemand wie ich von - Logik reden?
Meine Widersprüche, mes contradictions sind so offensichtlich, selbst ein LOGIKER der ETHIK könnte besser damit umgehen.

Auf den Scheiterhaufen mit Caravaggio






Ist „House of cards“ wirklich das Gleiche wie :  https://www.pornoruf.com/filme/unter-die-rocke-geschaut/?
Ist das Fehlverhalten eines Schauspielers oder Produzenten das Gleiche wie der Inhalt eines Filmes?
Dann MUSS natürlich alles abgesetzt und zensiert werden.

Warum hat sich allerdings niemand über "Pretty Woman" beschwert? Weil das keine Stereotypen bedient ? Und Erin Brokovitch ist auch keine Bitch...(zwar fände NUR-Ich es toll, wenn die Freiburger in einem ähnlichen Outfit gegen Fessenheim kämpften....)
Sind  Stereotypen schamlos - man denke an Böhmermanns Ziegenficker ?



Also skandiere ich probeweise:


Auf den Scheiterhaufen mit De Sade.
Auf den Scheiterhaufen mit Henry Miller.

Gehängt und exhumiert  Caravaggio
Gehängt Oscar Wilde

Ausgebuddelt und gleich nochmal überfahren P.P.Pasolini




Aber NICHT „Feuchtgebiete“? Nicht 50 Shades of grey – das ist... äh selbstbestimmte Sexualität...
Aber Schluss mit den Experimenten im Tatort und diese tuntigen Kommissarinnen, die (zumglück) keine Flintenweiber sind aber sowas von unbegabt





renégats d'un vieux stock, la droguiste m'a dit: on ne bat plus les enfants, j'ai dit: mais si l'enfant est réfractaire (je pensais: si le cul est avide de coups), la droguiste a dit: mais vous n'avez pas l'age d'avoir un enfant, j'ai dit: non, je vous ai menti, c'est pour une collection, je collectionne tous les objets de mon enfance...
Hervé Guibert, Les chiens, Les editions de minuit










Le monde berichtet heute von einem Kommunique einer Gruppe  456 schwedischer Darstellerinnen, die die Kultur der Macht in der Kulturmaschinerie anprangen  und die Nebenformen der soumission
in ihrer Gestalt des Missbrauchs zeigen.

Mais « nous savons qui vous êtes », mettent en garde les 456, qui accusent : « Les agressions sexuelles sont liées à la structure du pouvoir qui entoure notre branche, toujours assimilée à un culte du génie défini par les hommes, qui depuis l’époque d’Ingmar Bergman a laissé les génies mâles s’en tirer avec n’importe quel comportement aussi longtemps que ce qu’ils créent a une haute valeur artistique. »


En savoir plus sur http://www.lemonde.fr/europe/article/2017/11/09/agressions-sexuelles-456-actrices-suedoises-accusent_5212786_3214.html#m1D1GFRZuoBOKbGp.99





Aber die Idee dahinter, ist, scheint mir, immer noch die, daß KUNST - rein sei - 
und daß wir, wenn wir richtig "beichten"
daß es dann eine Reinigung gibt .....









und ich, die ich keine Künstlerin bin, weil meine Kunstversuche ja offensichtlich beim Hinkleben schon zerbröckeln, ich verstehe nicht, wie KUNST - rein sein kann, hat sie doch mit dem Menschen zu tun, da wo er erhaben ist oder nicht, oder pft...
und ich glaube noch viel weniger, daß sie etwas rein macht - bereinigt.