Samstag, 22. April 2017

Statement


Greyfading.



Das Whiteandgrey begann 2011 in der Intention
aus Texten Performances, aus literarischen Werken Lebensspuren sichtbar zu machen.



UNDER statement
Un·der·state·ment
Substantiv [das] gehoben
ʌndəˈsteɪtmənt/


War der Anspruch, der es sich zum Ziele machte, Blockaden als Spielfeld  zu benutzen, Verweigerungen als Spielvorschlag, Absagen als Ansagen, Zensur und vernichtende Kritik
als Impulsgeber zu verstehen.

Immer in der Annahme, das wütende Ablehnung zeigt, dass ein Nerv getroffen wurde
dass sich lebendige Quellen hinter Verboten und Sperrfeuer befinden.




"Ton knetend formt man Gefäße. Doch erst ihr Hohlraum, das Nichts, ermöglicht die Füllung." - Kapitel 11

• Original: 埏埴以為器,當其無,有器之用。


In Freiburg gelten wir als
und es ist manchmal nicht einfach, einem Spieler, einem Schauspieler, der um Anerkennung buhlt, zu bekommen, der spielt um im Rampenlicht zu stehen,
zu sagen,
dass er spielt, um geprügelt zu werden.
Ausgebuht.


Das Whiteandgrey, dass einmal begonnen hatte, mit Leuten zu arbeiten, die von Grotowski inspiriert waren, Marina Abramovic, den Brüdern Quayles, findet kaum noch Soldaten, kaum noch Asketen, kaum noch Lernende.
In Freiburg sind Schulkinder professionellere Künstler als wir.


Das Whiteandgrey spielt nun mit Mineralien, Steinen. Gras.






Samstag, 18. Februar 2017

Statt der Filme

kam ich gestern an zwei Wolfshunden vorbei. Der strahlendblaue Blick der vier Augen wirkte erloschen, die Ohren, gierig wach, hörten nicht -
was daran liegen mochte, dass beide ein fluoreszierendes, nein, ein LED-leuchtendes Halsband trugen, grün der eine, rot der andere, und diese stumpfgrellen Farben töteten den Blauenblick mehr
als alle Fusgänger am Potsdamer Platz, die um sie herum und wie sie um ihren Besitzer strömten, kaum von den Bässen der E-guitarre eines Rockabilly abgelenkt, der  auf den Stufen der S-Bahn die definitiveinsame Denis Hopper Show abzog,
eine drastische Rockoperette - bestens zu den fiesen Farben des Sony-Centers passend -
den roten Bäumen und der violetten Blüte, deren Kelch wie ein Damoklesschwert
und unter dessen Blütenblättern ich einmal ein Seminar besuchte:
Wie filmt man einen Suizid...Dokumentarisch ...wie macht man das ?
Fragt man per Zeitungsanzeige an...

Die Hunde schienen ihr Elend nicht zu spüren. Kein Jack London -

nur ich hatte die Schnauz voll von dieser Civilisation, die nicht zu wissen scheint, was denken ist. Können Tiere denken? Haben sie eine Vorstellung von Hierarchie?
Von Schmerz und Strafe ?

Als ich mich umdrehte, um ein Bild mitzunehmen, waren sie weg, verschwunden.
Und die Leute um mich herum - wie in "City of the sun" wo man  in Minengängen Theater spielt -
hatten nichts wichtigeres zu tun, als Videos von Luftverschmutzung zu posten.






War vielleicht auch nur das, was ihnen ausgeatmet vor dem Gesicht stand.



Sonntag, 22. Januar 2017

Nazim Hikmets Hamlet

Ich hab einen etwas mühseligen Abend hinter mir.
Wenn ich schreibe, oder im Schreiben bin,  im Fluss des Denkens, 
Wortefassen aus dem Fluss
die gern alles sind nur nicht logisch -
verlaufe ich mich gerne, dann weiss ich nicht, in welchen Stück ich war ich bin
stehe vor Treppenhäusern 
weil ich sicher bin, ausgerechnet hier spielte man

Caligula
oder le roi Christof

Nazim Hikmets Hamlet

lasse mich in Wartelisten eintragen vor Theatersälen und kann dann die mühsam errungene Karte nicht abholen da
ich mich mein Geld, meinen Kopf und den Ort vergessen habe
und das nicht enden wollende Stück in meinen Gedanken - der Horizont von Worten Texten  der sich mir unablässig entzieht -
mir die Tatsache verdunkelt, dass Stücke anfangen oder zu Ende sind



————————-
und hier wieder eine gestrichene Anmerkung zu Husserl
Russell Zermelo and Aristotle

modaler Logik und

Das HusserlArchiv ist immer noch der Meinung…..
die Evidenz, nun , die Evidenz logischer…
und die Phänomenologie der Mathematik…. langweiligster Tatsachen

Wittgenstein sagt: Dass  1+1+1+1+1+1+1 was wesentlich anderes ist
——————————————tschuldigung, ich muss meine n´Notizen überall hinmalen
als 1+1+1+1+1+1+1+1


ausserhalb von mir und meiner kleinen Wahrnehmung.

--------dabei braucht Russell
dreihundert Seiten für---------------------------


Da stand ich nun Vorhin vor einem türkischen Minimarkt, mit Halsschmerzen von der Kälte und dem Rumlaufen, Suchen, In Dunkelheiten spähen - und wollte noch was mit Vitaminen haben.

Ich hätte mir stärkeren Alkohol mitnehmen sollen.
An der Theke bat ich drum, den Mond aus Vanille Zucker mitzunehmen, besser zweimal -
aber an der Antwort des Ladenbesitzer hab ich verstanden, dass ich  in seinem Universum wiedermal die AFD Deutsche spielen musste. …Oder sagt man AFDeutsche..?  Das „D“  ist ja schon drin in dem aeff(p)ff ....??? ich weiss nicht… Der Mond aus Vanille …Mir fehlt nun mal das schmierige Grinsen der Welttouristen, welches weltoffene Toleranz und Interesse signalisiert und welches normalen Menschen, die sich sexy, lachend,  cool und chic durch die Stadt bewegen zu eigen ist.

Mit Wodka wär ich wenigstens nur ne alte Frau gewesen, die online Washington Post liest oder die Chicago Tribune.

Mentally Disabled.
Wie gesagt, ich bin noch nüchtern, mit Halsweh allerdings.
Und auf BLEULER war ich heute schon gestossen, und seine Diagnosis Überfrachteter Metaphorik,  den Analogien von… sagen wir: „ mentally disabled persons“. (Kleiner Missklang hier, eine Assoziation zu tief gegriffen).



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nein, ich werde es Ihnen nicht erklären, ich versuche noch, 
das Husserl-Archiv…….. zu einer Akteneinsicht  zu bewegen
im Hinblick auf einen psychisch Kranken, der NICHT in Hadamar und Grafeneck
———————


Manchmal scheint mir, wenn ich die Wut richtig verstehe, die leicht die Intelligentia überkommt der leistenden Künstler, der Schriftsteller, Filmemacher und Theatermenschen 
die gezwungen sind, jemanden wie mich auszuhalten - 
dass Abweichung von einer vermeintlich „logischen“ Eindeutigkeit und einer rationalen Sinnhaftigkeit  auch einer konsequenten Absichtsverfolgung im Hinblick auf die DURCHSETZUNG, die Verkaufbarkeit von Gesprochenem, Gedachtem kaum ertragbar ist.

(wie kann man auch so dumm sein zwei drei Jahre lang hinter einer vermeintlichen Beziehung zwischen Heidegger oder Martin Buber oder Edmund Husserl herzurecherchieren und dabei einen Umweg um eine völlig belanglose Person zu konstruieren die NICHT mit Edith Stein in Berührung stand  - nicht, das ist noch nicht mal in quantenmechanischer Hinsicht logisch zu nennen )

Wie schwer aber muss es erst für diejenigen sein, die sich permanent in der schrägen Wahrnehmung von Ausgrenzung und Diskriminierung,  von Übersetzungsbrüchen und multikulturellen ethischen Dilemmen geprägt sind ohne dass - was dazu  zu sagen wäre - verständlich und leicht vorformuliert den täglichen Redefluss steuert.

Und wie deprimierend muss es sein, wenn nur eine wie ich zuhört.

Ich war, glaub ich, schon öfters Hund. Auch an den Affen kann ich mich erinnern, auf französisch klingt das besonders witzig, wenn man eine Deutsche demütigen kann.
Aber ich glaube nicht, dass es ein politischer Akt war. 


Und das, Hund der ich bin, finde ich nun interessant. 





Das Aquarium

Es ist erstaunlich


Wieder einmal mehr habe ich das Gefühl, mich mit absolut atemberaubender Geschwindigkeit zu bewegen, während das Lärmen und Tosen an dem entlang ich gleite und das sich mit mir mitbewegen müsste - wie in einem Zug mit dem die Landschaft mitrauscht, fest mit dem Licht verbunden, das sie mitzunehmen, mitzufliessen zwingt
als wären die Farben Lichter Geräusche die von Bahnhöfen Häuserzeilen Stadtenden Industriezonen und Bäumen bestehen, links und rechts hinter mir in ihrem eigenen Geschwindigkeitsrausch versunken - und weit entfernt davon stehenzubleiben, 
links hinten - oder rechts  - abgebogen, um neue irrsinnige Fahrt aufzunehmen.

Während sich die Medienlandschaft die Welt - die Medienlandschaft die die Welt repräsentiert - mit der Inauguration beschäftigt, und
wahlweise ein neues Äon angebrochen ist eine neue Ära oder ein neues Zeitalter 
der Geopolitik


Steinmeier

Wo man sich  doch überlegen könnte, so wie man eine von einem X-beliebigen Vorgänger im Zug vergessene Zeitung…
die vielleicht von heute morgen stammt - oder von vor über hudnert Jahren -
zwar weiss ich nicht, ob es noch so jemandem geht wie mir, der
im Zug nach einer Zeitung greift, die offensichtlich schon abgelesen ist, verblättert,
die meisten würden vermutlich sowas garnicht anfassen (zumindest solange ihr Smart- oder Iphone nicht glitschig geworden ist - und Smart und Iphones sind ja bekannlichermassen glitschiphob)
aber mit einem kleinen Schauder (ich bin wieder bei mir und der Zeitung - im Zug - ein dämmrigbilliges Bild ist für dieses Gefühl des Stürzens des Hochgeschwindigkeitsrausches, das ins All hineinfällt, in die Ewigkeit in die....) dem Grusel des absolut Unbekannten fasse ich eine solche Zeitung an, die  mit dem Schock der abgeblätterten  Vergangenheit Neuigkeiten des Tages präsentiert

sich vorzustellen dass Amerika  wieder jenseits ist, sich jenseits des grossen Wassers befindet
und dass sich nun andere Möglichkeiten öffnen…als wäre es ein Zeitungsbild 
Der Isolation, durch die, ganz überraschend

Kaperskys Möglichkeiten blitzen (endlich, auf dieses Interview warte ich schon seit gefühlten drei Jahrzehnten)
Und man im Nachlesen noch zu hören meint wie Mr. Director -  Mr.Kapersky, der bei der Frage nach Nationalstaaten mal kurz lacht, als würde Sutherland in den Hungergames kurz lachen -
manchmal frage ich mich, wie ich je Kapersky wieder deinstallieren werde können
vermutlich nie, Kapersky ist seit langem Teil des Systems….ist Teil des Rückgrats


Rauscht und bedröhnt betäubt  sich die Öffentlichkeit mit in einer verschwommen Vergrösserung wie mit einer Lupe, einer Aquariumsartig zu nennenden Bilddichtigkeitslupe der Masse, die in der Wiederholung nur lauter greller heller kreischt je schneller, je öfters die gleichen Wimmelbilder, je dichter die Bilder kommen
deren eindrucksvollste Dokumentaton eben nur Masse ist, der Vergleich der je grösseren Menschenmassenansammlung
Bild eins Bild zwei Bild drei  Hier 2009 hier 2017 hier 2017 zwei (am Tag danach)



und man doch sich die spannende Frage stellen könnte, was nun?

während ich mit
mit der Vergangenheit beschäftige
der deutsch-indischen Gesellschaft  
der deutsch-griechischen  in Wiesbaden -Bierstadt

beides Athen und Kolkutta

wie ein Stein ein grüngemusterter der auf dem Meeresgrund der Vergangenheit leigt
als bestünde die Möglichkeit
jetzt wie in der Vergangenheit
einen Faden zu finden, einen kleinen, winzigen

an dem neue Wege anders gegangen werden, von einem vielleicht, von mehreren, lange  Zeit erst hintereinander.










Mittwoch, 4. Januar 2017

Ein Brücke im Kamerun des Deutschen Museums.

ich hatte meinem Kind ein Versprechen abgenommen.
Eine Ausstellung würde es - freiwillig - mit mir ansehen.

Da es viele Leute aus dem Kamerun kennt, lag es nahe, sich die Ausstellung im Deutschen Museum anzusehen.
Da war die Bamileke gewesen, die uns erzählt hatte, NATÜRLICH gäbe es in Kamerun auch Schnee.
Eisstücke tanzten im Wasser den Berg hinunter.
Der Elektriker, den mein Kind nur den Onkel Doktor nannte, weil er Aufzüge heilmachen konnte.
Da war der Schauspieler, der ein Fürst aus dem Volk der Fürsten im Süden war.
Und die Freunde, die bei ihrer Hochzeit ein so langes goldenes Kleid getragen hatten, dass man bei Tisch einschlief, so lange brauchte es, bis sie sich setzen konnten.


Aber die Ausstellung zeigte nur ein paar vage Ortsnamen.
Strassenkreuzungen, die so unsichtbar waren, wie die an der Ruben Um Nyobe begraben worden war, fanden keine Erwähnung.
Das Sultanat das seine eigene Schrift, seine eigene Druckermaschinen erfinden  liess, tauchten nicht auf, von den Booten der Doualas ganz zu schweigen.

Also sagte ich, in einer kurzen Aufwallung des Zorns etwas, was meinem Kind, das brav und aufmerksam die Bunten Bildchen angesehen hatte, strähnige Röte ins Gesicht trieb.
"Woher soll ich das wissen!" sagte es wütend. "Ich komm hierher und schau mir eine Ausstellung an und weiss einfach nicht, ich weiss es einfach nicht ..."

Museumspädagogik geht anders, werden Sie sagen.
Museumspädagogik heisst nicht, in einem Schlag hundert Jahre Postkolonialismus zu veranschaulichen.

Dass der Kamerun auch Kleines Afrika genannt wird, weil es so viele Nationen, Völker und Sprachen beherrscht, dass diese Vielheit ihr politisches Denken und Handeln beeinflusst hat, dass es einen Unterschied macht ob man links oder rechts im Kamerun wohnt - das ist der privaten Erfindung und Erzählkunst überlassen.
das ist sozusagen postfaktische orale Erzähltradition.

Aber vielleicht merkt sich mein Kind endlich mal, dass  einen Ausstellung nicht einfach eine Ausstellung ist - dass selbst eine Ausstellung im deutschen Museum noch Krieg ist  - unsichtbarer.