Sonntag, 5. November 2017

Bedeutungslos

Die Bedeutungslosigkeit, die die Integrationsbeauftragte der Deutschen Bundesregierung konstatiert hatte, macht mir zu schaffen.


„Dumm“  und „bedeutungslos“ – so ist meine Erfahrung – ist meistens der Einstieg in ein berauschendes und afszinierendes Abenteuer.
Das
allerdings
ausser mir niemand sehen will. Abstieg in Dantes Inferno.

Null  Nulla nell nostra  sul nostra
Nel mezzo del cammin die nostra vita

 Ich persönlich habe panische Angst davor, Dante nachgehen zu müssen. Ein Art Literat zu sein, geht ja noch, aber das –
Ich könnte schreien vor Angst.
Der Freiburger Strassenbahnfahrer  wird jetzt lachen. Warum soll jemand wie ich, Dante… so was dummes.  Worte zu meistern Worte zu zähmen – obwohl in meinem Fall es eher darum ginge, der Sprache nachzuhören, Worte zu erhaschen, auf ihnen zu reiten, sie zu entfalten, die sich verschrieben,  verformt, eine Sprache aufzuheben, die der Wind mir zuwedelt, hinfächert, einen verborgenen Sinn in deformierten Worten zu sehen –
Aber egal.
Zum Glück habe ich wenigstens Vergil.
Er heisst Mezzogiorno und er steht seit gut 25 Jahren neben mir. Manchmal.
El grido.

Und doch wollte ich erklären, was „dumm“ und „bedeutungslos“ für eine wichtige heuristische Funktion haben in einem sozialen Textgefüge wie DAS LAND DEUTSCHLAND - wenn man Deutschland als soziales Textgefüge lesen wollte.  Denn ich lese gerade Arundhati Roy über „Caste, Race and Annihilation of Caste“ – der übergeordnete Titel lautet „The Doctor and the  Saint“- The debate between B.R.Ambedkar und M.K.Gandhi“. Arundhati Roy hatte etwas sehr Interessantes zu dem Zusammenhang von „merit“ und institutionaler Hierarchie geschrieben, die sich mit einem,  jahrhundertealten Sacralen Mantel verbrämen kann….und es war, „ja aber“ höre ich jemand sagen,  vermutlich nicht sehr interessant, aber mir fiel  daraufhin etwas ein zu dem Zusammenhang von LEISTUNG, LEISTUNGSETHIK  und der Verachtung ein, die in Deutschland so vernichtend alles trifft, was als Gegenteil der Leistung = als Versager gilt. Was sehr schade und besonders hervorzuheben: kontraproduktiv ist, denn
Wer Angst vor dem Versagen hat, kann kaum kreativ denken, 
Wenn man konsensabhängig ist, kann man nicht polemisch ironisch, selbstabwertend  sichvonsichdistanzierend fühlen, kennt kein Understatement, keinen Sarkasmus, keine Satzellipse, kennt nur BETONKLÖTZE der EWIGEN GEWISSHEIT.

Wenn mein Vater beispielsweise sagt, dieses oder jenes sei „dumm“ und „bedeutungslos“, dann ist, da mein Vater ein angesehener Mann ist, der in den Feuilletons Gehör findet, Vorsicht geboten.
Auch halte ich meinen Vater nicht für dumm, noch halte ich Menschen überhaupt für dumm,  auch einen Journalisten  oder einen Schriftsteller sollte man nicht für dumm verkaufen, das rächt sich –
Sometimes, ich sollte auf meinen Vergile hören.
Mich konzentrieren „The eye“ sagte er. „I can only see the eye“ and nothing else.


Aber wenn mein Vater das sagt, dann weiß ich inzwischen, daß ich das Spiel des Dummen und Bedeutungslosen nur lange genug aushalten muss, um an eine sehr interessante Tür zu kommen.
Diesmal mit...mais je ne vous le dirai pas...

„Dumm“ und „bedeutungslos“ sind Spielmarken in einem Spiel, das manchmal auf leben und Tod gespielt wird. Klingt pathetisch.












Und die Schwierigkeit - als wäre es ein Kinshasa Fight
besteht nun darin, sich solange prügeln zu lassen, bis 


Aber der Spieegel berichtet über BORDERLINE
Und 
Wenn ich die Gedanken lese meiner Freiburger Mitmenschen in Ubahn in der Tram in der Schwebebahn und ihre grauen Gesichter in graues Stadtbahnmobiliar verfliesst, ihr stetes Nein der Farbfleck, an dem man sich festhält, ihre grobe Unhöflichkeit, die sir für Aufrichtigkeit halten, Ehrlichkeit des geraden Geisteswandels -

hiess es nicht der Sieg der Rechtspopulisten in Österreich -
sei ein Sieg der Gesinnung gewesen, tout court? -

Die GesinnungAnSich  wandelt sich  in steinerne Gesichter - es ist schwierig, für jemanden wie mich der so quecksilbrig ist auf Schnelligkeit flüchtig, für den ein passant ein poem ist, das Nebeneinanderhergehen ein so kleine flüchtige witzige geistreiche Geste,  ein Zeichen von esprit, von halb verhüllter Eleganz, ein Duft ein Kompliment 

und in meiner grauen Leere, meiner unerotischsten Straßenbahnfahrt ever sitzend,
selbst der Kater des Herrn Bulgakov würde, schnurrend krächzend...
Warum kriegt man, denke ich verzweifelt, nie ein deutsches Kompliment, der Art, daß (es ist in badischen Worten kaum auszudenken) die Farbe des Himmels der Augen zu einem Farbton der Hand passt
Geht nicht, diese hölzernen Waldschratgesichter wissen in ihrer Angst und ihrem ängstlichen darauf Bedachtsein, Peinliches zu vermeiden, nicht,
daß der Himmel in ihren Augen steht, das Abendrot ist.


"Du bist Selbstmordgefährdt", sagt der Blick mit dem diese Holzstrukturen diese grauen Männer ihre Welt scannen.
Ja, denke ich. Für Menschen wie Euch bin ich wohl „selbstmordgefährdet“ und während ich versuche, in dieser geschlossenen Einheit, welche das Freiburger Biotop an sozialer ökologischer und intellektueller Landschaft anbietet,  dieser AUSWEGSLOSEN NICHTIGKEIT ihrer gläsernen Straßenbahnhäuschen dadurch zu entkommen, daß ich versuche, mich auf die Recherchen zu konzentrieren, die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in den fünfziger  sechziger Jahren - auch wenn ich weiß, daß andere das Lob und die Aufmerksamkeit bekommen werden. Daß andere recherchieren dürfen und mein Suchen durchsichtig bleibt - fokussiere mich, als wäre ich blind 

full of incommunicable thoughts

auf das Geschehen selbst vor und während dem Nationalsozialismus träumend zu rekonstruieren,  mit den Behinderungen, die das Nachdenken in Freiburg so an und für sich hat. Im Blick meiner Nächsten, denn was ist der Blick, wenn nicht die Brücke in die

ach...
ist es unübersehbar, daß ich darüber nachdenken sollte was Borderline ist.


Erkenne dich selbst.

Das Freiburger NEIN hingegen fährt stur neben mir durch die Nacht. Ich ziehe Thoreau heraus, aus meiner Tasche, aus meinen Gedanken, um nicht an die teuflischen Nachtfahrten gesnhnitzter Figuren zu denken,

having passed the communication with his fellows

um nicht über das Problem des Sakralen nachzudenken. Eine meiner widerlichsten nächsten Stationen  der Recherche ist der Tod eines Pfarrers, der in Buchenwald nachts angekettet wurde, wie ein Hund.
Ich weiss garnicht, ob das der Pfarrer ist, den ich suche. 
Krepiert wie ein Hund, ankettet und mit kaltem Wasser übergossen.
Er hatte sich, meiner, den ich suche, hatte sich AUCH NOCH mit der Bekennenden Kirche angelegt. (Wieviel contradiction kann man ertragen?)



Ich will nicht drüber nachdenken. Und wieder muß ich aufpassen, daß ich nicht zu schreien beginne après coup

Die Spiritualität, das Sakrale und die evangelische Kirche in Freiburg..
Das sind ganz verschiedene Dinge.
Die Zwangschristianisierung, die in dieSEM GOTTVERLASSENEN Kaff mein Kind ausgesetzt war, habe ich noch nicht vergessen und ich weiss nicht, ob es die  Zwangschristianisierung im Dritten Reich rechtfertigt… Der Freiburger rechtfertigt gerne die bedingungslose Indoktrination eines grundsätzlich laizistischen Kindes, denn, verzeihen Sie, bis auf wenige, sind Kinder erstmal laizistisch geboren und Zwar GERADE und VORALLEM für einen Christen – und das sollte er bedenken, wenn er erklärt das Zwangstaufen damit rechtfertigt, indem er das Wasser für unbedenklich erklärt und sagt, schaden tut beten nicht.
Aber ich habe mich im Ton vergriffen. „Ich bin Borderline“. Ich,  will doch EIN einziges MAL mit einem Spiegelredakteur konform gehen, den ich insgeheim verachte. Aber wie kann jemand so unwichtiges wie Nataly jemanden verachten. Lektionen in Bescheidenheit müssen jeden tag gelernt werden.
„Dumm“ und „bedeutungslos“ – falsch und erfunden  - so heisst es meistens, wenn ich mich mit den Naziverbrechen beschäftige. Da kann bedeuten – oder will sagen – dass ein Naziverbrechen NICHT stattgefunden hat, es kann aber auch bedeuten, dass eine Person behauptet, Opfer eines Naziverbrechens geworden zus ein – und es in der Tat nicht ist noch war –
Es kann aber auch bedeuten, daß eine Person eine Verbrechen verübt und nun so getan wird, als sei dies nicht gewesen. Man beachte die Formulierung der Unpersönlichkeit.
Auch etwas, das in Deutschland so wichtig ist.
„Ich“ ist unanständig und aufdringlich. Da nimmt sich jemand zu wichtig.
Die zwei drei israelischen Filmemacher, die ich durchaus mit Namen nennen kann, würde ich Nataly gerne fragen, was sie denn an sich wichtig nehmen.

"Dumm", falsch und "bedeutungslos" sind vorallem alle Fragen, die auf das "cui bono" hinweisen, wer hat denn Profit davon. Nicht zuletzt die Frage, 
warum es "dumm" und bedeutungslos" ist, danach zu fragen, WO denn die "Gute Gesinnung" sass, die helfende Hand.
Und warum es so dumm ist, nach der helfenden Hand zu fragen.


Aber ich fange schon wieder zu schreien an, weil ich keine LUST habe, als ginge es darum, “Lust zu haben“ – weil ich Angst habe, mich mit THEODOR HERZL zu beschäftigen – oder vielmehr dem, was Eichmann aus ihm gemacht hat.
Das hieße andeuten zu wollen, Eichmann habe … schon an solch einer Satzkonstruktion fange ich zu würgen an ….die ungarischen Juden deswegen ausgesucht….
Was heißt es nun „dumm“ und „bedeutungslos“ zu sein in einer Gesellschaft, die auf ihre Erfolge nicht stolz sein darf.
„Dumm“ – damit beginnen alle meine Fragen. Und bedeutungslos stehen sie in der Stille.


Theil zu sein, nicht “Teil des Ganzen“
Aber was soll ich sagen, meine Worte gelten als unpassend, schlecht.
Wie soll jemand wie ich über Dante nachdenken, mitten am Tag.

Man könnte sich ja eine Gesellschaft vorstellen in der alle glücklich und zufrieden damit sind, dumm und bedeutungslos zu sein, aber wenigstens froh:  zu sein, damit beschäftigt, Mandalas zu entwerfen, die sich von selbst in Luft auflösen. Ideen, Gedanken, taten zu planen auszuführen, die im Unwichtigen verfließen.
Aber es funktioniert in Deutschland nicht. Wir predigen die Bedeutungslosigkeit und warten dann drauf, daß das Bedeutungslose sich selbst totschlägt.
Die Lehre des Fremden = die Leere des Fremden.
Ich bin ein Mensch – Aufschrei – Mit Narben - Ausrufezeichen – 
Was nahelegt, daß für den Spiegelredakteur die Grundform „Mensch“ – das Basismodell dieser nicht integrierbaren Gesellschaft -  EIGENTLICH ein Werbeplakat ist. Erfolgstüchtig glücklich schön (wie man halt in Deutschlandschön genannt wird, wenn man eine „gepflegte Erscheinung“ ist) mit leisen touch von karitativen  Interesse,  dieses aber nur dezent.
Das Bedeutungslose und sein positives Gegenstück: Die CARE , das sich Sorgen um andere.
The duty of practical philosophy….

Denn wer käme schon auf die Idee, daß SOKRATES ein Borderliner war?









El grido
Manchmal, wenn ich nicht mehr weiter weiß mit meinen Gedanken und Träumen, wenn die Spüren und Zusammenhänge  von Argentinien nach Budapest reichen, von
den Eichenblättern die der Wind über meine Bücher bläst
bis in die Hölle hinab, in der Arjuna sitzt, würde ich gerne einen Filmemacher fragen.

Aber meine Worte geben keine Texte, meine Bilder keine Filme und in Deutschland schreibt man keine Briefe. Paterson kein deutsches Gedicht.



Was gehen mich Deine Augen an, wenn Du nicht mit meinen sehen willst?



Dienstag, 24. Oktober 2017

Harvey Weinstein - c'est moi

Den Schmutz  in sich zurück zu schaufeln, 
Worte aus Schmerz in sich zurücknehmen und zu begraben. ....

Eine Vergewaltigung zu schildern, eine sexuelle Belâstigung anzuzeigen, um den Sekundenschritt der Machtausübung, der Demütigung von Frauen zu dokumentieren, macht mir Schwierigkeiten.
Nicht, weil ich meine, es nicht bereits andauernd zu sagen – oder weil mein Schweigen
als Verrat und Schwäche ausgelegt wird.

((Das sind sie schon, die Vorwürfe, der Hohn darüber, wie feige ich doch bin, und daß ich mich eh nicht trauen werde, und wenn, was kommt dabei schon raus, wen interessiert das?))

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob meine "Beichte" oder mein "Berichten" von sexueller Gewalt, dabei hilft, ihn zu begrenzen, hilft, meinen individuellen Fall in die Masse der Fälle einzuordnen – ob eine Schilderung denen hilft, die er beschädigt und  überhaupt etwas sichtbar macht.
Es verstärkt nur mein Gefühl der Hilflosigkeit. Es gab einige Männer die das attraktiv fanden, wenn sich die Stimme weg ist. Wenn man zu weinen anfing - aber da paßt das "man" nicht, nicht wahr. Also muß es heißen: wenn ich zu weinen anfing. 
Selbst Rosa von Praunheim hat auf den Trick nicht verzichtet.
Make somebody talk. Faire pleurer quelqu’un ...là c’est authentique.

Die Spirale der Gewalt richtet sich gegen mich selber:
Wann hat es denn überhaupt angefangen?
Und was wiegt schwerer?
Die Faust oder das zu Boden gestossen werden? Die Ohnmacht oder das geballte Lachen von 5 Männer, denen ich  gegenüberstehe und die mir erklären das „ich“ zu dumm bin?
 Das Mansplaining oder das aggressive „HaltdieFresse“ vor versammelter Mannschaft. Hysterische Frauen, die heulen – wer in Deutschland empfindet das nicht als unprofessionell?

Dabei ist meine Reputation die, Wände einzutreten, diejenige zu sein, die keine Scham kennt. Madame devergondée... das sind die, die  Prügel meistens auch verdient haben.

Ich erinnere mich, während der Planungen zu einer Ausstellung über den Wahnsinn –
Von einem der Verantwortlichen gefragt worden zu sein, ob ich nicht seine Sexspielchen filmen wollte. Das würde mir doch Spass machen.
Ich war gerade im Begriff gewesen, mit mit der Psychiatrie, meiner Erfahrung mit ihr und mit der administrativen Vergewaltigung die sie für mich darstellt ...zu stellen. 
Ich finde es nicht sehr witzig, wenn mir jemand sagt, ich sei schon ein bisschen irre.
Oder "mad". "Malade".
In meinem Haus sei der Wahnsinn zu spûren. Diese fucking beschissene kleine Moral macht mich meistens ziemlich wütend, weil in der Spiessbürgerwelt, die in dieser Äusserung zu tage tritt, klar wird, dass jemand der so spricht, nicht weiss was Entmündigung ist und was ausgeliefert sein heisst.
Allerdings finde ich, dass dies - das "Irresein" - als meine Qualifikation nicht hinreicht, um jemand beim Ficken zuzusehen. Oder andersrum, wenn die Tatsache, dass ich nicht ganz richtig bin, notwendig ist, um jemand beim Sex zu filmen – dann frage ich mich, worums bei diesem Sex geht.
Um ehrlich zu sein, ich finds widerlich.
Und ich hätte damals beinah die Ausstellung geschmissen.
Ich wäre aber um die Möglichkeit gekommen – ich hâtte sie mir genommen, mich einer „Angst zu stellen“ – wie mein Vater das nennt.

Ich kann mich an eine zwei drei Vergewaltigungen erinnern, denen ich kanpp entkommen bin.
Kenne Frauen, die das Glück nicht hatten.
Mein Nachbar sagt, dass jetzt  auch keine Rolle mehr spielt, so alt wie ich aussehe, juckt das eh keinen mehr.
Aber selbst als Tote Wand weiss ich noch so manches über die Projektionen, die drüber hingehen. Allerdings: wie „sexuelle Gewalt einzugrenzen sei“ weiss ich nicht.

Ich hab mich viel oder ein bisschen - manchmal oder hin und wieder mit Transvestiten beschäftigt.. ich hab nunmal kein Problem damit, wenn mir jemand erzählt, daß er sich beim Masturbieren filmt udn dabei Henry Miller liest. oder Russische Literatur... Oder Feucht...äh..egal...
Doch gilt  "mit Transvestiten -arbeiten"  hier schnell als obszöne Beschäftigung.

„Du filmst das doch nur, um dich daran aufzugeilen.“ So hart und kanpp wird’s gerne formuliert.
Die sexuellen Phantasien der Transvestiten die ich filme, sind aber meistens ganz andere.
Die Tatsache, daß sich jemand schminkt - ist nicht per se Porno.
Sie sind auch meistens ziemlich misogyn. Die Glitzerwelt des Glamour ist nicht eben freundlich zu einer Frau wie mir. Ich filme, weil den Moment der Freiheit liebe, des „auf die andere Seite gehen“. Dazu brauche ich keinen Sex zu filmen.
So wird das hier in der Provinz nicht verstanden. 
Nun – was ist nicht Provinz in Sache Sexualität?  

Sie werden ungeduldig. Sie wollen die Quälerei haben. Damit man mit den objektivierbaren Fakten umgehen kann.
Nur - was ist in der Sexualität objektivierbar? Quantifizierbar?

Harvey Weinstein, der de Sade der Vergewaltigung.

Leider lebe  ich in einer besonders gutmeinenden Provinz. Die Feministinnen- die nicht mit mir reden, weil ich eine Faschovotze bin, welche ihr Begehren und ihre perverse Lust über alles austreckt, was nicht deutsch und anders ist.
Auch dieses Argument ist merkwürdig... es würde bereits von Fassbinder vrogetragen. Aber es gehört zu meiner bösartigen Vorliebe für schwarze Haut oder braune, die noch ganz andere an Schokolade und Cremetörtchen denken lässt.
Die kamerunerin, die mich letztes Jahr vom Suizid runtergekratzt hat, hielt  ein Kârtchen hoch auf dem so etwas wie „Liebe" stand – aber die Einstellung konnten wir nicht verwenden weil wir die Rechte nicht gekriegt haben.
Und ich hatte nicht das Herz, ihr zu sagen, dass wir jetzt eine Lesbenszene aus Cartier Bresson Mexikos Photographien nachspielen mûssten. Es ist die .....Im Band....., Seite ....vielleicht gucken Sie selber nach)
Es war ein verwackelter Orgasmus – und ich wusste wiedermal nicht, wie ich das filmen sollte – ausser eben schlecht.

Nun – meine Beziehungen zu Frauen und dabei zu den Frauen, die nicht deutsch und sonstwie anderes sind, haben viel Krankenhaus zu tun.  Wo ich Frauen kennengelernt habe, die aussahen, als kämen sie aus Ruanda. Leerer Witz. Frauen, die ihr Kind verloren, weil der Partner so lange in den schwangeren Bauch getreten hat, bis das Kind rauskam und die  Geprügelte gleich darauf wieder nach Hause gingen, damit sie nicht noch mehr Prügel bekamen.
Das erinnert mich an was, aber ich fürchte, das mag ich nicht erzählen. Das Messer will ich noch schleifen.

Mee too, haben wir hinterher gerufen und sie solle zur Polizei gehen....Im Krankenhaus hab eich allerdings auch Frauen kennengelernt, die eine, die sich selbst  als  Mätresse geoutet hätte - geschlagen hâtten, wenn sie gekonnt hätten,  wenn sie ihre Betten hätten verlassen können, in den sie so unruhig sassen, weil sie nicht wussten,w as zuhause alles schief ging, Frauen, die genau wussten, was Schlampen sind und wer nicht. Die Hackordnung unter Frauen ist beeindruckend, die genau definiert, wer normierter Weiblichkeit entspricht und wer nicht.

Ich erinnere mich, zwei oder drei Frauen und Mädchen, die unter demütigenden Bedingungen lebten, helfen zu wollen. Man mischt sich nicht in eine Ehe ein, sagten die Freundinnen, man mischt sich nicht in Mutter-Tochter Beziehungen, brauchst dem Mädchen nicht alles  zu glauben....
Mee, too, ich weiss dass ich manche Bemerkung gehört und das peinliche Schweigen nicht vergessen habe...

Aber wie kann jemand wie ich, einem Mädchen zur selbstbewussten Sexualität und einem Wissen um den Eigenen Wert verhelfen – ich, die ich  nur perverse Vorstellungen von Sexualität habe.
Mâdchen, die sich schminken dürfen, die Glamour spielen dürfen vor der Kamera...
"Ich möchte nicht, dass sie sich später dafür schämt“ sagten die Mütter..

Nein, die Mädchen die zu mir kommen, sollen sich nicht schämen – dürfen oder müssen.
Natürlich habe ich alle Bilder vernichtet.
Die selbstbewusste Sexualität hier in Freiburg .... c’est un truc... Môchte man sagen...


Überhaupt das "Krankenhaus". Das wiederholt als TOPOS als BILD ja die alte Männervorstellung von Weiblichkeit als  Krankheit, als Abweichung, als Fehlendes....

Dabei mûsste mein Text „Perversion“ einholen. Perversion ist etwas anderes als sexuelle Gewalt und Sexualität ist ja auch was anderes als sexuelle Gewalt  und dazwischen liegt manchmal ein dunkler Weg. 
Eine Art „Aber ich bin Harvey Weinstein“
Harvey Weinstein“ c’est moi...




Ich weiss nicht genau, wo sexuelle Gewalt anfängt.
Ich erinnere mich an jemanden, der mir  mal, vor vielen Jahren stolz erzâhlte, seine Frau habe in der Schwangerschaft nur 6 Kilo zugenommen. Mit Kind. Und allem Drum und Dran. Zum Glück wars auch nur ein Meedchen. 
Irgendwie fand ich, Gewalt gegen Frauen fing da an.  In diesem  Mutterleib.

Aber das kann man so natürlich auch nicht sagen.



Dienstag, 29. August 2017

Das Identifizierbare


Ich möchte mir nicht gerne vorschreiben lassen, was ich unter einer deutschen Kultur verstehe.
Dabei nehme ich gern den Umweg über das deutsch-sprachige oder nicht deutsch-sprachige Ausland, um eine Idee von Deutschland - einerseits - und eine Idee von den Werten zu bekommen, unter denen und mit denen ich mir eine „Gemeinschaft“ vorstellen kann.


Dabei ist selbstredend klar, dass jemand wie ich nicht von „Gemeinschaft“ reden sollte.
In einer Stadt wie Freiburg, in der  Aussenseiter konsequent ignoriert und ihrer Bedeutungslosigkeit übergeben werden, träumt eine wie ich nur von „Miteinander“.
Ein Schatten unter steinernen Herzen.
 Deswegen gefiel mir der Kommentar der NZZ  über die „Doppelmoral“ der Empörung  das sich in den Tageszeitungen ergoss -
mich interessieren alle doppelt bemessenen Wertvorstellungen und der focus auf das  Debattieren über etwas das nicht zu sehen ist, beeindruckte mich.
 Nun ist die nichtidentifizierbare deutsche Kultur - jenseits der Sprache - im Mund einer Integrationsbeauftragten wirklich bemerkenswert - wie kann man in etwas integrieren, wenn man das, was das Medium der Integration sein soll, nicht benennen kann?

Ich verschiebe Worte.

Der Mittelpunkt der Bedeutungslosigkeit muss aber, meine ich, gar nicht auf der Sprache liegen, wenns denn um das Identifizierbare geht -
und zack, schon bin ich wieder in einem Freiburger Streit, in dem nicht gestritten wird, sondern nur nichts gesagt,
bei Schleiermacher und ….Martin Buber….

In dem Ausgrenzung wie die Quadratur des Kreises ist, 
kein Phantasiegebilde, wie es eine oberflächliche  Interpretation Husserl meinen möchte,
eine activity, eine Tätigkeit der sozialen Kontrolle..
(mir ist nicht nach heimkommen, diesmal, auch wenn die Koffer voll sind, mit Plänen, mit Texten, ich bin das Mauernstehen leid, das deutsche, das freiburgerische)

Wenns nach dem geht was der Bedeutungslosigkeit übergeben wird, dann müsste ich mich eigentlich sehr reich schätzen, an Schatten, Tarnkappen.


Freitag, 25. August 2017

agence de location des chambres d'hôte dans le monde

Qui ne connaît pas ces heures interminables d’attente pour récupérer les clés d’un appartement, censé d’être comme chez moi où un hôte me dit m’attendre, impatient de me montrer son quartier et son monde…
Souvent mes nouveaux copains-qui-sont-des-hôtes travaillent durs, leurs journées sont longues et tout naturellement je n’insiste pas trop pour poser mes bagages trop tôt, j’attends gentiment dans la rue pour quelqu’un m’appelle, pour quelqu’un me signale qu’un empechement de dernier minute a ralenti la venue de mon hôte et qu’un copain de lui viendra à sa place me filer clés et instructions…

Vous connaissez ces heures….? devant un immeuble…?
Censé d’être le votre, votre nouvelle vie de trois jours?..

Cette fois le gar qui se fait attendre est nommé Greg et le Rdv fixé „autour de 16heures“ était suffisamment trop tôt  et suffisamment vague pour que je osait  lui attribuer pas trop…….je dis quoi?… crédibilité?…
Je ne sais pas comment vous faites pour passer votre heure d’attente sur un trottoir, et de rester sage…. après une demi-heure passée, moi, j’essaie de stocker mes gens et bagages, mes enfants et mes ados dans le café le plus proche et je commande un ou deux… crêpes ou glaces… ou sodas et de temps
en temps
je me précipite devant l’immeuble qui est censé d’être mon prochain chez moi avec un mec qui ADORAIT …de ne pas venir trop tôt.
Bien sûr Greg a eu, lui aussi, un retardement.
Le café á proximité était le café d’Amélie Poulain…Vous ne le connaissez  probablement  pas, les cafés sur Montmartre sont innombrables, probablement à cause des heures d’attente et de la bonne vie, mais Amélie vous ne connaissez pas…les Parisiens ne vont pas au cinéma, ni mon oncle Jules, ni un ballon rouge ou un navire, ce sont des touristes qui en rêvent, qui se fabriquent leur cinéma..et Amélie, alors, c’est comme un chat noir.
C’est comme l’hôtel du Nord, vous n’aurez pas non plus une gueule d’atmosphère ni envie d’en savoir plus,
et moi, je ne suis qu’une sale boche, 
et le film d’Amélie, le fabuleux destin d’Ame´lie n’est qu’une merde, il y que des touristes qu’y vont faire des photos devant ce café de …et quel parisien veut prétendre de comprendre ce que les touristes  japonais voient dans Paris.
Imaginez, alors,
Greg qui obtint sur son smartphone  le message „nous sommes au café d’Amélie Polaunc…
Incompréhensible…Poulain et Poulenc… Greg connaît son quarter par coeur, mails il sait quand c’est écrit d’une manière complètement incompréhensible…“à“  devient „a“ et „récupérer“ perd ses accents, le sens en change profondément……mon système d’autocorrection fonctionne mais rien n’y fait. C’est comme deux magots..mégots, j’y perd mon confiance et ma superbe de touriste boche. Depuis des années  quoi- décennies!  on me reproche de vouloir introduire des structures cognitives germanocratiques dans la pensée française et depuis aussi longtemps je m’efforce à reproduire des structures linguistiques de la Françafrqiue…sans effet ni résultat bien-sûr.
Une pensée malécrite n’exprime strictement rien.
J’ai beau lire Hofstadter, Wittgenstein ou …Ricoeur…. cela n’exprime RIEN.
Mégots ou Magots, Qui aujourd’hui au boulevard St Germain oserait lire un bouquin sur le néant.
J’abandonne café, mes gosses leur glace et nous nous installons de nouveau devant le bâtiment censé nous accueillir.
Rien n’y fait. Rien. 
Vous voulez une photo du trottoir?

Mais maintenant on me demande :
Do spi:k Inglish ? Sans excuse pour un retardement sans explication…le service d’accueil de l’agence qui gère la bande des copains mondiaux a ostensiblement changé du collaborateur. Mon service d’autocorrection le change et écrit: collabora-tuer…
If it is better for you to express yourself, write in Inglish..
But I am a tschöman BiiiiItch and I’m waiting outside. Getting nasty now.

Je sais je suis insupportable, je vais crever devant un tribunal ou au foyer pour des aliénés et ce sera parfait pour moi,
mais ne me parlez pas sur ce temps là. Ni dans ce style.
Mon anglais à moi vous ne voulez pas connaître.

Mon hôte mon meilleur copain à cette heure devenu le fiancée de mon hôte est, on me l’écrit, toujours sans excuse, à l’intérieur et il s’appelle Antoine et il m’attend.
Je ne sais pas comment il a pu faire pour passer à co^té de mes gosses et mes bagages sur le trottoir sans nous voir.

 Mais vous savez, je connais un petit hôtel à côté d’une petite librairie allemande où on vend des traductions de Heinrich Heine non sans que le libraire vous déconseille d’en acheter, car Heine, il faut le lire en allemand, mais ça c’est une toute autre histoire….

Donnerstag, 10. August 2017

Effektiver Altruismus

Die Frankfurter Allgemeine diskutiert in einem Artikel der - heutigen Ausgabe, glaube ich - effektiven Altruismus.
Die dazugehörende Organisation, die Listen erfolgreicher und empfehlenswerter Charity Organisationen erstellt - und dabei eine irgendwie dazugehörende Liste ihrer Fehler und Autokritiken veröffentlicht, ist die Givewell.org..

Die Frage nach der Effizienz des Helfens
ein Bumerang oder
ein Wink mit dem Zaunpfahl
ist sicher schon manchem durchs Hirn getrottet, der versucht hat, Helfen nicht als Hilfe und Almosen sondern als Aufbauprogramm zu verstehen,
und dabei gescheitert ist, kläglich  wie Kunst, die Sprachkritik und Bildungsprogramm sein will, Alphabetisierung ist - und doch nur berühmt und reich machen soll.

(Warum das Theater als moralische Anstalt Elend mildern helfen soll, ist mir allerdings, je älter und gescheiterter ..ahja.... als Biggest Loser...ein immer grösseres Rätsel).

Freilich tauchen in dieser Liste und im Sinn ihrer angestrebten Optimierung (auch in der Spesensatz der Freiwilligen Altruisten, die sich keinem Sport sondern einem Rechensatz verpflichtet haben, der Züge eines Pfeilers trägt, der anderswo Zakah heisst, glaube ich- ) Motive auf,
die, auch wenn es mir oft genug vorgeworfen wird,
doch nicht, wie mir scheint, zum Geben gehören.
Dass Geben nicht individuell sein kann, bestreite ich.
Dass Geben Maximum-orientiert sein soll



Meine Tochter würde jetzt zu lachen anfangen, aber sie ist auch die einzige, die mich als Clown erträgt.
















http://www.faz.net/-gzg-90j9w

http://www.givewell.org/giving

Der Rückspiegel.

Freiburg, Ökocity, die an einem Verkehrskollaps strickt, eingeklemmt zwischen zwei grossen Baustellen an neuralgischen oder strategischen Punkten,  deren Planung und Struktur sich über lange Jahre hinzieht, in denen zu Arbeitszeiten sich der Verkehr verdickt, eingekeilt zwischen den SUVs  ihrer selbstbewussten Bürger und Bürgerinnen, verlangsamt von dem umweltbewussten Carsharing -Fahrern, die ihr Ausleihmittel nicht beherrschen, sind Staus an der Tagesordnung.
Doch die Abgasbelastung, die sich in Stuttgart bemerkbar machen würde, weht hier der Wind, vom Schwarzwald kommend, nach Frankreich. Nach Fessenheim.
Ça nous est egal...on s'en fiche pas mal....

In Freiburg hat man Ferien. Die Strassen sind leer, alle anderen sind beim Öko-Camping, mit ihren Fahrrädern, diesmal, und die, die noch nicht wegkonnten,
haben das Problem der Leere.
Was macht man oder frau in Freiburg, wenn die Strasse vor einem frei ist, wenn die Ampel grün zeigt und einen NICHTS aber auch garnichts zum ANFAHREN zwingen kann?

Man schaut in den Rückspiegel.
Man stalkt. Den Hintermann.
Macht Zeichen, lang und ausführlich, dass man nicht fahren kann.
Weil es wichtiger ist, den Hintermann zu belehren als nach vorne ins Grüne, ins Freie, ins Licht zu fahren.

In solchen Momenten bedaure ich immer, dass ich nur zwei Hände habe.
Carpol-Karaoke zu tanzen,
und dann fiel mir, ich hatte mich schon mit einem Typen verkracht, ein Schauspieler, der HEINER MÜLLER spielen wollte, oder BECKETT

WARTEN AUF GODOT mit Dunkelhäutigen inszenieren wollte -
oder das Quartett? -

weil eigentlich die NuttenAdaption von Schiller dran war, fand ich, Schillers Frauenfeindlichkeit auf Marktbasis -
MONROE-Parking wollte ich es nennen. Eine Performance als es in Freiburg noch das unanständige, kriminelle Gewerbe gab, als die Sauberkeit und die Mahnwachen der Freiburger Bürgerinnen den Mut und die Courage aufbrachten, Tag für Tag,  an den Autobahnzubringern jeden Wagen kontrollierten.
Doch TagumTag und Tag um Tag nun, nachdem es in Freiburg keine Nutten, Keine Gewerblichkriminellen mehr, nun gibts nur das Peeping-Tom-Spiel..

I have some pictures in my mind, but I'M nothing more than scum.

Das fällt mir dann ein - manchmal kann ich die Sonnenuntergängen auf die leeren, zweispurigen Strassen in Freiburg nicht ertragen. Den dunklen Kirchturmspitzen von deren schwarzen Seelen die steingewordenen mittelalterlichen Kreaturen Fratzen, während drunter das Farbenspiel der Ampeln wechselt. Und Mama Biedermann und Kind Biedermann in ihren Rückspiegel glotzen. Zeigefinger heben.

Aber ich fahre in Freiburg ZU SCHNELL  - 50.
Ich gehe zu schnell in den ersten Gang. Zu schnell in den Zweiten.
ich werde eine Genehmigung einholen müssen. Für die Titten und den Dildo...
Was ist Beschleunigung und was macht Beschleunigung in einer System engmaschiger Kontrolle.

Wenigstens kann ich dann verstehen, warum Papa Biedermann beschleunigt, um sich vor meinen Wagen zu setzen - und in den Rückspiegel zu schauen.


























Muss ich eine performance in meinem Wagen genehmigen lassen?
Bin ich - dem Freiburger - nicht selbst schon eine?