Donnerstag, 27. Februar 2014

Geheimnisverrat....oder warum ein Verhalten wie in "Ausspähaffären" längst Teil unseres politischen Geschehens sind

























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Trotzdem.
Ich verstehe nicht, wie Parteivorsitzende und Fraktionsvorsitzende in laufende Ermittlungsverfahren
..........




Nochmal....
Ich verstehe nicht, wie eine stellvertretende Parteivorsitzende den Parteiausschluss fordern kann, wenn ein Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist.....




OK....
Ich habe das mit dem Rechtsstaat nicht verstanden.
Ich werde mir als heute das Urteil des Herrn Wulff anschauen - oder, um es einfacher zu sagen, seine Rehabilitierung.
Und dabei liegen all diese Bücher über vergleichendes Recht, Recht- und Gottesstaat, arabische Rechtsideen auf meinem Tisch...
oje, ich werde lieber Horaz lesen.


Wenn man keine Lust mehr hat, über Politisches zu schreiben...

"Da war die Sau schon langst wieder aus dem Dorf rausgelaufen", sagte einer
als wir gerade über den Berliner Oberbürgermeister sprachen und wieviel unverschämtes Glück der wieder gehabt haben musste, denn für einen Augenblick hatte man  den Atem angehalten, aber kurz darauf hatte sich  diese Geschichte mit dem Schatzmeister schnellstens wieder ins Unbekannte hin verflüchtigt hatte, und dass nur, weil ein gerade eben noch Agrarminister gewesener, vormalige Justizminister über andere Fettnäpfchen gestolpert war...
"Ach ja" hatte er dann noch gesagt, der alte Mann, und hinzugefügt, dass er eigentlich überhaupt nichts mehr über Politik hatte schreiben wollen, aber man käme ja einfach nicht dazu....


Kinderpornographie

Die Jahre 2001 bis 2007 habe ich damit vertrödelt, an einem Stück über Sexualität, männliche Sexualität um genau zu sein,  zu arbeiten.
Unter den zahlreichen und immer wieder wechselnden Mitwirkenden  waren einige recht illustre Schauspieler, so Remy Yadan oder Virgile Durand - aber auch Möchtegern-Travestiten und die anderen, die zwanghaft Transvestiten sind.
Und wie immer gestalten sich die Dinge unter meiner Hand nicht ganz so einfach:
Kinderpornographie ist nicht gleich Kinderpornogarphie sondern auch das ist Pornographie was die Gesellschaft aus Pornographie macht, und wo es um Homosexualität gehen sollte, ging es plötzlich um Antisemitismus.

Natürlich fanden die deutschen Verlage das Stück kurzerhand Scheisse - und in ihrer drastischen Art genierten sie sich auch nicht, mir das zu sagen.
Natürlich meinten sie damit, dass es alles abgeschrieben war - und dass Pasolini oder Hubert Fichte
das alles viel besser bereits dargestellt hätten und Patrice Chéreau oder Rosa von Praunheim wesentlich interessantere Filme, Gedichte und Theaterstücke  geschrieben haben.

L'homme blessé.

Schliesslich hab ich  TROTZDEM dafür optiert, es durchgestrichen und übermalt, dreifach verdruckt und zerrissen irgendwo offline zu drucken - das passt am besten zu dem Bild unserer Gesellschaft, aber auch das ist eine geklaute Idee von Robert Walser.
Das einzige, was mir ernsthafte Sorgen macht ist die Tatsache, dass es meinem Grafiker seitdem nicht gutgeht.

Doch nun nehme ich - sehr schweigsam - die sogenannten Enthüllungen des "Falles EDATHY" zur Kenntnis und ich höre mich durch die zahllosen Talk-Shows, in denen es immer auch darum geht, dass KEINE mediale Vorverurteilung stattfinden sollte.
Ich frage mich, allein abends mit blau und rot glühenden Augen Stunden und Stunden vor dem Fernseher sitzend, worum es dann geht.
Ich frage mich natürlich auch, warum und WANN der angeblich so literarisch gesättigte, cinephil erzogene Bildungsbürger der siebziger und achtziger Jahre verschwunden ist - aber das ist eine unbedeutende Frage der kulturellen Veränderung und der gesellschaftlichen Ab- und Umwertung menschlicher Interessen - angesichts der Wucht an Schmerzen, Missbrauch, Parteiausschlussverfahren, Volksbegehren und Unterschriftensammlungen gegen die Verwendung von homosexueller Literatur in Schulen...
Sorry, ich habe mich, in polemischer Absicht schon wieder vergaloppiert.
Ich werde also eine neue und längere Schweigeminuten einlegen - um die Neugestaltung des Rechtsstaats, wie es sich hier vor unseren Augen vollzieht, nocheinmal zu überdenken.

Dienstag, 4. Februar 2014

Staatsräson

In einer der führenden Tageszeitungen wird heute in Zusammenhang mit der Steuerflucht von "Staatsräson" gesprochen.
Da meine Allgemeinbildung klein ist, war ich gezwungen, es erst einmal zu googeln. Unter Wikipedia, natürlich, wo sonst, kam folgendes zu Vorschein:

"Der Begriff der Staatsräson (auch Staatsraison geschrieben) zielt von seiner Idee her auf ein Streben nach Sicherheit und Selbstbehauptung des Staates um jeden Preis und mit allen Mitteln ab. Nach Wolfgang Kersting stellt er eine „Rangordnungsregel für Interessens- und Rechtskollisionen“ dar. Die Berufung auf diese Perspektive rekurriert zumeist auf die klassische Trias von voluntas, necessitas und utilitas als Legitimationsgrößen zugunsten staatlicher Handlungen."

Die Rangordnungsregel.
Interessens- und Rechtskollision.
Habe ich mir für heute als Stichwort notiert.

Um mein Hirn so weissblättrig wie möglich zu halten, schliesslich kann ich nicht weiterdenken und NEUES ASSOZIIEREN wenn zuviel Kleinblättriges und Verlaubtes wie die Worte "Machiavelli", "Arkanwissen" "herrschgaftserhaltung" und vorallem "VERKLAUSULIEREN" drin rum stehen,
werde ich also für heute die Tafel sauber halten.

Doch bevor ich mein Hirn ganz leer wische, meine ich mich noch einer Anekdote zur erinnern, oder vielmehr einen Ratschlag, den Ernst Jünger Carl Schmitt gab - als der noch dabei war,die nationalsozialistische Gesetzgebung massgebend zu begleitend, beratend zu fördern und weltanschaulich zu rechtfertigen -
ob er denn schon, so Jünger, das Maschinengewehr in seinem Treppenhaus installiert habe?
Der Herr Carl Schmitt hat da wohl ein bissel bleich gelacht -und wir wollen das auch die deutschen Sozialdemokraten von heute nicht fragen -
denn schliesslich ist das ungenau erinnert und auch gleich wieder vergessen, denn heute habe ich ein besonders poröses Gehirn.

Nationalsprache

Das Gespräch drehte sich wieder um Assimilation. Darum, dass Schüler deutsch sprechen müssen.
Sonst gäbe es keine Erziehung.
Und dass es den Eltern, die sich die Mühe machten, zum Schulelternabend zu gehen, egal sein könne, wenn die anderen nicht kämen, die von den verhaltensauffälligen Schülern, die von den gemobbten Schülern, wenns doch schon sicher sei, dass man eh nicht mit denen reden könne.
Weil die ja die Sprache nicht beherrschten.

Irgendwann habe ich nicht mehr zugehört.
Warum auch.
Das Familiengeld ist mir gestrichen worden, nachdem es schon ein recht langer Kampf war, es zu kriegen.
Ich weiss schon, für die einen bin ich die dumm-rassistische Deutsche, für die anderen die weinerliche Migration, für die dritten die unausgegorene Künstlerin.
Die Bürokratie entscheidet sich gerne - bei soviel Auswahl an Diskriminierungsmerkmalen - jeweils zu ihrer eigenen Gunsten.

Nur, dass ich mich werde alleine drum kümmern müssen, ist inzwischen zu einer verdammt pseudo liberalen Grundüberzeugung geworden.
Und während ich gerade darüber mit mir hadere, denn für Solidarität ist darin nicht viel Platz, bei diesem Einzelkämpferkampf zwischen Ländern und Nationalismen, Bürokratien und Schleichwegen, von denen ich nun schon einige kenne -
ist doch die mangelnde Solidarität, das was mich an den anderen so stört, die Solidarität nur da kennen, wo man die gleiche Sprache spricht -

egal,
da fällt mir ein, dass ich es - urplötzlich scheint es mir ganz deutlich - für absurd halte, Nationalität an eine Nationalsprache zu binden.

Gerne würde ich diejenigen, die sich so vehement für den deutschen Sprachgebrauch einsetzen - und zum anderen eine massvolle - aber hartnäckige Orientierung am amerikanischen Traum einfordern, sie nur allzugerne fragen, was sie denn von einer Möglichkeit halten, die ein amerikanischer Staatsbürger hat, wenn er spanisch spricht, oder gar das als Pidgin-englisch verunglimpfte Afro-Amerikanisch.
Aber hätten Sie sich jemals vorgestellt, einen naturwisschaftlichen Aufsatz, sagen wir über "Mapping Disease-Causing Mutations" in Pidgin-englisch zu veröffentlichen?
Wozu auch?

Aber da es, um nur bei der grossen Schweizer Nation zu bleiben - und der Schweizer DEMOKRATIE - jetzt hängt gerade mein Gedankenrädchen, ich spüre schon, ich ticke grad nicht richtig -
es ist natürlich völlig absurd, sich vorzustellen, ein Staat ausser eben dieser besonderen, könne einen sinnvoll funktionierenden Staatsapparat haben, wenn die Schulkinder schon in frühsten Kindesalter mit 4 Sprachen gleichzeitig gequält werden.

Und trotzdem gefällt mir heute morgen die Idee, Staatskunde würde in türkisch unterrichtet, wenigstens ein paar Stunden lang, ausnehmend gut.





Über das N***-Wort - oder über forcierten Nationalismus der anderen Seite

Auf der Suche nach Black Feministinnen oder andren Möglichkeiten, mit Frauen zu sprechen, die afrikanischen Fäden in ihrem Hintergrund, afrikanische Tradition im Blickwinkel oder afrikanischen neo-liberale Rechte vertreten -
schliesslich ist es nicht  einfach,  Interviewpartnerinnen zu finden, während ich vor so vielen geschlossenen Türen warten muss,
bevor man - und hier ist die Frau nicht "frau" sondern durchaus nur "man" - eins in die Fresse kriegt,
und dabei alle Stolpersteine zu vermeiden - und da ich bemüht bin, die zu erkennen, bevor ich drüberfalle, passierte es mir in letzter Zeit, dass ich öfters über die N****-Wort -Debatte stolpere..

"Stolpern" heisst ja, dass verschiedene Dinge, Objekte und Personen in Raumverhältnissen und Bewegungsabläufe nicht deckungsgleich auf einander zuliegen kommen, sondern irgendwie uneben, bruch-und sprunghaft sich zueinander verhalten - dass eins davon womöglich zu Schaden kommt, das ist wie mit dem Wort "queer", das seit neuestem als semantisch-verbal-dissoziative Dynamik-Schleuder zu verstehen ist, und dabei paradoxerweise das, was es dynamisieren soll, angeblich, zementiert.

Ich sagte ja schon, dass der Geschichte mit dem Transvestiten in den USA letztes Jahr, der sich und anderen "Frauen"  - Beton unter die Haut gespritzt hat, eine weitere Bedeutung, eine andere Wichtigkeit zukommt.
Aber mir war schon klar, als ichs gesagt hab, dass die Leute das nicht verstehen werden.
Passt nicht so in den herrschenden Diskurs, oder den neuen, der sich an dessen Stelle etablieren will.
Auf dem Highway zur Macht, auf dem es ums Überholen geht, und nicht um den Asphalt.

(Eine Lupe braucht man, um zu verstehen, dass es Bilder geht, die NICHT im Text stehen, aber dem Gesagten eine so eindeutige Wendung geben, dass wir schwören könnte, es stünde da.)

Nun habe ich mit der N***-Wort-Debatte kein Problem, auch wenn ich finde, dass wir es korrekterweise eine Zensur-Debatte nennen sollten,  Zensur rassistischer Beleidigungen - oder infamer Worte - und vielleicht ist ZENSUR keine so negative geistige Tätigkeit, wie so einem unkritischen nachtkantianischen Zeitgeist vorkommen mag - so wie für afrikanische christliche Fundamentalisten Jesus ein grosser Ikonoklast war, ein Bilderzerstörer ist - und Bilderzerstörungen, nicht,gehören zu geistigen, zu intellektuellen Entwicklungen dazu, finde ich, so sollte man alle, und nicht nur die afrikanischen Sammlungen aus den Museen herausholen - und überhaupt.

Was aber mir merkwürdig erscheint an dieser Debatte über die nun zu treffenden Sprachregelungen für ALLE unseren Mitbürger, ist der sehr schnell anzutreffende Ärger über die Frage "Wo kommst du her?", die im Gespräch als Fortsetzung der diskriminierenden, rassistischen Beleidigungen angesehen wird.
Um ganz ehrlich zu sein, bin ich zu der Ansicht gelangt, dass dahinter eine sehr einfache Idee von Assimilierung steht, die von anderen verlangt, sich mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands auseinanderzusetzen, aber gleichzeitig überhaupt nicht erlaubt, sich damit zu beschäftigen.

Für mich unterliegt der Wunsch von Menschen, NICHT nach ihrem kulturellen Hintergrund, NICHT nach ihrem Umfeld oder ihrer Andersheit befragt zu werden, dem Zwang zur Wiederherstellung  genau des gleichen DOUBLE BIND der schizophrenen Stagnation, von dem sie sich diskriminiert fühlen.

Ich denke, es wäre wichtig, bei dieser paradoxalen Situation ein bissen zu verweilen.

Das ist wie bei einer Adoption. Wollte man einem Kind, das sich anders sieht als seine Adoptiveltern und- Geschwister, dass sieht, dass es auch von anderen anders wahrgenommen wird, verbieten, sich mit der Rekonstruktion der Familiengeschichte zu beschäftigen, "Weil es ja genauso ist, wie alle anderen in der Familie" - dann fürchte ich, lässt man den Kind nicht viel Platz für eine persönliche Entwicklung - für den Beton, der da noch unter die Haut muss.

Nein, ich frage oft und viel "Woher kommst Du?" - und werde mindestens ebenso oft danach gefragt und ich habe auch öfters Afrikaner, Pakistaner und sogar Israelis beobachtet, wie sie sich gegenseitig so befragen...und es scheint ja auch Sinn zu machen, denn jemand, der Im Norden Kameruns gross geworden ist, hat andere Dinge erfahren, als ein Etong oder gar eine aus Katanga.
Ich kann natürlich verstehen, dass es einem BERLINER unangenehm ist, das gefragt zu werden, denn es kann in verschiedener Hinsicht unangenehme Geständnisse erfordern. Und wer sagt schon gerne: Hohenschönhausen. Oder: Reutlingen oder gar: Szechin.

Am meisten ärgert mich aber die sofort darauf erfolgende laut-und lustvolle  Inszenierung als Rassisten - die Denunzierung der Peinlichkeit des anderen, nachdem der so Befragte triumphierend alles Gespräch und alles Interesse abgewürgt hat, um selbst den Neuen Schweizer oder den neuen alten Deutschen Staatsbürger umso genussvoller zu verkörpern.

Vielleicht ärgert es mich deshalb, weil ich mein sehr widerwilles Interesse an einem Nationalismus nun auf den Nationalisten übertragen muss.

Zwar ist das letzte Mal, als ich auf diese Weise vorgeführt und denunziert wurde, nun eine Weile her -  eine Schweizer Gender Mainstream Migrationsberaterin konnte sich kaum beruhigen über meine dickköpfige Perfidie.
Und ich kann auch gut verstehen - und zwar aus eigenen leidvollen Erfahrungen mit dem Erwerb einer anderen Nationalstaatlichkeit, als derjenigen, die man angeblich in seinem Pass herumträgt -
dass sich frau sehr freut, wenn sie  Schweizer Bürgerin geworden ist - und dass sich jemand, der Jahre und Jahrzehnte lang Diskriminierungen ausgesetzt sah, sich angemessen behandelt sehen möchte.

Und trotzdem ändert das nichts daran, dass ich diesen Nationalbegriff nicht dulden mag.

Postscriptum. Aber würde es etwas nützen, wenn die die Nationalität meiner Vorfahren aufzählen würde? Wohl kaum.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Neue arabische Dichter

Kaum habe ich damit begonnen, mich mit arabischer Dichtung zu beschäftigen,
da stürzt der PC ab..
und kaum hab ich den Faden wieder gefunden,  verlieren sich alle ungesicherten...
ach ungesicherten ..Ideen..
Jedenfalls, kaum dass ich mich damit beschäftige, taucht schon die These auf, dass man arabische Dichtung nur ganz oder garnicht korrekt vortragen könne.
Die These, von wegen, GANZ oder GARNICHT... das ist wie mit dem Regen und der logisch korrekt vorgetragenen Behauptung, dass es entweder regnet oder nicht regnet -
und die Ansicht, dass es eben das Wesen des Regens sei, zu regnen und nicht zu regnen, kommt darin nicht vor. Es ist ja auch, oft, eine weibliche Behauptung und darin eben mehr Gefühl - als These.

Allerdings spielte die wahre Poesie, besser die wahre Dichtung eine grosse Rolle in meiner Einführung und, nun kommt der diabolischere Teil, was aber meinem Gesprächspartner so noch nicht ganz bewusst war, vielleicht - und dieses vielleicht stammt aus der Diktion der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, in dem es noch einen Schah gibt und Studenten und - und einen Winkeladvokaten.
Und da wir eben über die Dichtung sprachen, kam die Frage auf, ob denn ein schlechter Poet eines Winkeladvokaten bedürfe - ein Winkeladvokat setzt sich nicht für etwas ein, das keinen Erfolg verspricht, meinte mon Interlocuteur, niemals.

Ich bin mir da nicht sicher.